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Zeichnung der Zukunftsvision mit viel Grün, Wasser und Fusswegen

Revitalisierung Herblingerbach

Herbst 2023 – Frühjahr 2025

Die Revitalisierung des Herblingerbachs ist eines der grössten Revitalisierungs­projekte im Kanton Schaffhausen.

Früher floss der Herblingerbach auf rund 450 Metern begradigt in einer Betonschale. Um einen ökologisch wertvollen Lebensraum zu schaffen, wurden aufeinander abgestimmte Massnahmen im Bereich Wasserbau und Ökologie umgesetzt. Mit den im Herbst 2024 erfolgten Gehölzpflanzungen wurde das Revitalisierungs­projekt weitgehend abgeschlossen.

Im Frühjahr 2025 erfolgte noch die Ansaat der Schotter­fläche im Bereich des Weiher- und Tümpelareals. Bereiche, in welchen die Ansaaten lückig sind, oder die Flächen nicht dem jeweiligen Begrünungszielen entsprechen, werden im Sommer 2025 nachgesät. 

Nach der Begrünung und Gehölz­pflanzungen wird das Gebiet weitgehend der Natur überlassen. Tümpel, ein Weiher, «Ruderalflächen» aus Schotter, Sandlinsen, Holzhaufen und Mauerelemente bieten Lebensräume für zahlreiche Pflanzen, Reptilien, Amphibien, Insekten, Fledermäuse und weitere Tierarten, die teilweise auf der roten Liste der bedrohten Tierarten in der Schweiz stehen.

Mit diesem Projekt haben wir nicht nur einen neuen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen, sondern auch einen attraktiven Erholungsraum.

Die Stadt Schaffhausen als Bauherrin dankt allen Projektbeteiligten und Betroffenen für die stets gut Zusammenarbeit.

Projektüberblick

Gewässer in den natürlichen Zustand zurückführen

Viele Fliessgewässer in der Schweiz sind in einem schlechten Zustand. Durch künstliche Verbauungen, Kanalisierungen, Hindernisse im Gewässer sowie Einflüsse der Wasserkraft sind viele Gewässerabschnitte in Mitleidenschaft gezogen worden.

Mit der Revision des eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes im Jahr 2011 wurden Bund und Kantone verpflichtet, rund 4’000 Kilometer Fliessgewässer binnen 80 Jahre in den natürlichen Zustand zurückzuführen.

Die Aufwertung bringt für viele Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum zurück. Es ist eines der grössten Revitalisierungsprojekte im Kanton Schaffhausen.

Zeichnung der Zukunftsvision mit viel Grün, Wasser und Fusswegen

Herblingerbach nach der Aufwertung. Blick vom Oberwiesenweg über ehemals Familiengartenareal. Visualisierungen: Rolf Cigler, Steinmaur

Wasserbau und Ökologie

Für die Stadt Schaffhausen wurden acht Abschnitte definiert, die es aufzuwerten gilt. Einer davon ist er Abschnitt am Herblingerbach/Dorfbach vom Flurbereich Oberwiesen bis hinunter ins Siedlungsgebiet «Im Höfli».

Das Gewässer floss bisher auf rund 450 Metern begradigt in einer Betonhalbschale. Um einen ökologisch wertvollen Lebensraum zu schaffen, wurden aufeinander abgestimmte Massnahmen im Bereich Wasserbau und Ökologie umgesetzt:

  • Rückbau der künstlichen Gewässersohle.
  • Ausdohlung des Baches im Bereich «im Höfli».
  • Förderung der Gewässerdynamik: geschwungener Gerinneverlauf mit Niederwasserrinne
  • Grundwasser- und Folientümpel
  • Förderung der Vernetzung im und am Gewässer
  • Schaffung einer kiesigen Gewässersohle
  • Erstellung von zusätzlichen Heckenelementen und Baumgruppen sowie 6000 m2 Feucht- und Blumenwiesen
  • Förderung des Naturraums und der Biodiversität
  • Vernetzung der Amphibien-Laichgebiete Moos-Buck und Rohrebüehl
  • Sanfte Nutzung für Naherholung

Gut zu wissen

Feuersalamander

Von den neuen, vielfältigen Lebensräumen profitieren Fische, Amphibien, Fledermäuse und weitere Tierarten, die teilweise auf der roten Liste der bedrohten Arten in der Schweiz sind: Elritze, Feuersalamander, Steinkrebs, Springfrosch, Teichmolch, Ringelnater, Zauneidechse, Graues Langohr, langflügelige Schwertschrecke.

  • Auch die Anwohnenden sowie Besucherinnen und Besucher können den vielfältigen Lebensraum geniessen und auf neuen, einfachen Sitzgelegenheiten verweilen.
  • Das Gebiet wurde so gestaltet, dass auch bei einem Hochwasser-Ereignis, wie es statistisch alle 100 Jahre vorkommt, der Wasserabfluss gewährleistet ist.
  • Die Projektkosten betragen rund 1,8 Mio. Franken, wovon 80% durch Revitalisierungsbeiträge von Bund und Kanton finanziert wurden.